Ebony

So langsam reifte dann der Gedanke bei uns: Cosma soll einen Spielkameraden bekommen, wir wollen einen zweiten Beagle! Nach dem Studium der einschlägigen Fachliteratur  war die erste Euphorie unseres spontanen Entschlusses schon ein wenig gebremst, denn uns war vorher nicht klar gewesen, was man alles beachten muss und was auf einen zukommt. Die Bandbreite der nicht gerade hilfreichen Ratschläge so genannter Spezialisten reichte von „Himmelfahrtskommando“ bis zu „absolut richtiger Zeitpunkt“.
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Der 30.7.09 war der Geburtstag eines vierblättrigen Kleeblattes von Beaglehündinnen, eine schöner als die andere. Diesmal entschieden wir uns für die kleine Ebony, die ihren Namen (Ebenholz) wegen ihrer schwarzen Deckfarbe erhalten hatte und ihrer Mutter Inca sehr ähnlich sah. Wieder konnten wir die Entwicklung der Welpen hautnah miterleben, und wir fieberten dem freudigen Ereignis schon entgegen: Wie wird das Zusammentreffen und  –leben mit unserer Cosma aussehen?

Letztlich wurde uns die Entscheidung ein wenig abgenommen, als wir erfuhren, dass Inca, die Mutter unserer Cosma, wieder trächtig war. Eine Halbschwester, das wäre doch was! Der Kontakt zu der Züchterin Martina Leonhardt war stets intensiv geblieben, veranstaltete sie doch vierteljährliche Geschwistertreffen des C-Wurfes. Beim Treffen im Sommer machten wir dann Nägel mit Köpfen und ließen uns auf die Interessentenliste setzen.

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Schnell nutzten wir noch die „welpenlose“ Zeit für einen Kurzurlaub in Paris, bevor Ebony am 5.10.09 zu uns gebracht wurde. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße: Cosma konnte mit dem kessen und selbstbewussten Eindringling überhaupt nichts anfangen. Es war ihr doch sehr suspekt, dass der „Besuch“ seinen Hund nicht wieder mit nahm, dieser auch noch mit ihren Spielsachen spielte, sich in ihrem Körbchen breit machte und auch noch aus ihrem Napf fraß.

So zog sie sich zuerst einmal total zurück, und unsere anfänglichen Zweifel und Bedenken keimten erneut auf. Hatten wir da doch einen Fehler gemacht?Cosma_und_Ebony_009.jpg

Nach knapp zwei Tagen kam es zu einem "reinigenden Gewitter": Die bellten und knurrten sich fast eine Viertelstunde so heftig an, dass wir kurz davor waren, einzuschreiten. Doch dann zog es die "Kleine" vor, mit eingezogenem Schwanz davon zu ziehen. Von da an waren die Fronten geklärt! Nach wie vor muss sich Cosma teils heftiger "Spielaufforderungen" von Ebony erwehren, aber wenn es hart auf hart kommt, ist sie doch der Chef im Ring. Wier achten streng darauf, dass die Hierarchie beim Füttern, den Begrüßungen und den Streicheleinheiten stets eingehalten werden. Ansonsten spielen und toben die beiden viel in Haus und Garten miteinander, um anschließend gemeinsam in einem Körbchen zu kuscheln (Körperkontakt scheint sowieso eine Vorliebe der Beagles zu sein) und zu schlafen. Ebony schaut sich unheimlich viel von der großen Schwester ab, hatte daher überhaupt keine Probleme, sich bei uns ein zu leben.Ebony_Zuhause_2_012.jpg

Resümee: Nach ein paar Wochen des Zusammenlebens mit zwei Beagles können wir uns sicher noch nicht als die erfahrenen Zweithundbesitzer bezeichnen, und sicher müssen wir die weitere Entwicklung auch erst einmal abwarten. Aber eines ist schon jetzt klar: Beide Hunde profitieren sehr stark voneinander, und wir finden die kleine Meute - bei aller zeitintensiven Arbeit und Anstrengung - einfach nur schön.

Insofern stimmt die Aussage: Nur zwei Beagles sind schöner als ein Beagle !

Ruth und Helmut Larisch, Lindlar